Montag, 31. Juli 2017

Die Tore der Finsternis

"Die Tore der Finsternis" 
von 
Ian Rankin






 
erschienen am  04.09.2003
Goldmann Verlag
ISBN: 9783442458332
  544 Seiten 


Inhalt:

Schwierige Zeiten für John Rebus: er wird vom Dienst suspendiert und zu einem Polizeikurs verdonnert, in dem er Teamgeist und korrektes Verhalten lernen soll. Zu diesem Zweck sollen die Kurzsteilnehmer einen ungelösten Fall untersuchen. Bloß weiß Rebus leider nur zu gut, wer Eric Lomax umgebracht hat, denn er war in den Mord selbst auf tragische Weise verstrickt. Während er noch damit beschäftigt ist, die Untersuchung zu verschleppen, wird in Edinburgh ein Kunsthändler vor seiner Haustür ermordet.


Meine Meinung:

Es ist vielleicht nicht unbedingt geschickt, wenn man mit dem 13. Fall anfängt, aber da das Buch schon seit 6 Jahren auf meinem SUB liegt, sollte es nun endlich einmal gelesen werden.

Es/Er war gut. Ein ganz und gar grundsolider Krimi, der bei den doch sehr trinkfreudigen und trinkfesten Schotten spielt. Natürlich hat auch John Rebus ein kleines Alkohol- und Frauenproblem. Aber hier ist er ja nicht die Ausnahme. Es gibt so viele skandinavische Ermittler, denen es ebenso geht, dass man schon ahnt, was kommen wird. 
Der Fall war spannend und interessant aufgebaut. Die vielen kleinen Wendungen haben immer wieder für Überraschungen gesorgt. Jedoch fand ich die Geschichte etwas zu lang. Sie hätte etwas gestrafft werden können, denn Ian Rankin verliert sich ein bißchen in den Nebenhandlungen. Der Schreibstil lässt sich gut lesen. Es gibt (was sonst) wenig Sonne, dafür jede Menge schlechte Laune und Schlägereien und auch ein paar Tote dürfen nicht fehlen. Der Krimi ist fast schon schnörkellos und schlicht erzählt, was mir gut gefallen hat. Auch die Charaktere fand ich interessant, da sie so unterschiedlich und nicht ohne Ironie waren. Dies wird nicht mein letzter Fall von John Rebus gewesen sein.  





3 von 5 Sternen
 

Freitag, 28. Juli 2017

Die Tänzerin von Paris



"Die Tänzerin von Paris" 
von 
Annabel Abbs







erschienen am 14.07.2017
Aufbau Digital Verlag
ISBN 978 841 213 143
512 Seiten
eBook 

 

Inhalt:

Tanz war meine Antwort – auf alles, was das Leben mir abverlangte. James Joyce war ihr Vater. Samuel Beckett war ihr Geliebter. Dies ist ihre Geschichte. Paris, 1928: Die junge, talentierte Lucia Joyce steht vor ihrem Durchbruch als Tänzerin. Doch ihr Vater – ein Wegbereiter der literarischen Moderne – beobachtet das Streben seiner Tochter nach einem selbstbestimmten Leben mit Argwohn. Als Lucia dem Schriftsteller Samuel Beckett begegnet, verliebt sie sich leidenschaftlich, wird jedoch schon bald bitter enttäuscht. Als dann ein lange verborgenes Geheimnis ihrer Familie ans Licht kommt, droht Lucias Hoffnung, sich aus dem Schatten des übermächtigen Vaters zu befreien, dramatisch zu scheitern. Nach der wahren Geschichte von Lucia Joyce.


Meine Meinung:

 Das Buch hat mich leider ordentlich enttäuscht. Ich hatte eine interesssante und spannende Geschichte erwartet, aber gelesen habe ich nur eine langatmige und wenig interessante Familiengeschichte. Die Charaktere waren mir nicht sympathisch und wirkten auch nicht ausgereift und recht hölzern. Die Handlung ging nur sehr schleppend voran. Man trat leider auf der Stelle. Ich musste mich zum Lesen motivieren, was normalerweise nicht notwendig ist.  Nach der Hälfte des Bucheshabe ich aufgehört, da mich das Ende der Geschichte immer weniger interessierte und ich mich lieber anderen Büchern widmen wollte.

1 von 5 Sternen



Donnerstag, 20. Juli 2017

Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich

"Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich" 
von
 Tommy Jaud




erschienen am 24.11.2016
FISCHER Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783596032280
  320 Seiten


Inhalt: 


 Eine gutgelaunte, bodenlose Frechheit – der Nr.1-SPIEGEL-Bestseller vom Comedy-Experten Tommy Jaud.Wir alle wissen: Mangelnde Faulheit kann zu Burnout führen. Dennoch leiden immer mehr Menschen unter maßlosem Müssen. Aber müssen wir wirklich abnehmen, aufräumen und uns ökologisch korrekt verhalten? Vorwärtskommen im Job, zu allem eine Meinung haben und rausgehen, wenn die Sonne scheint? »Nein!«, sagt US-Bestseller-Autor Sean Brummel alias Tommy Jaud (›Vollidiot‹, ›Hummeldumm‹), »einen Scheiß müssen wir! Die Leute sterben nicht, weil sie zu wenig Licht bekommen. Sie sterben, weil sie zu wenig Spaß haben.« Fasziniert von amerikanischen Ratgeber-Büchern und zugleich schwer irritiert vom wachsenden Trend des maßlosen Müssens, hat sich Comedy-Autor Tommy Jaud entschieden, selbst einen solchen Ratgeber zu schreiben. Da Jaud kein Amerikaner ist, hat er einfach einen erfunden: Sean Brummel. Dessen fiktiver Bestseller ›Do Whatever the Fuck You Want‹ ist jetzt auf Deutsch erschienen: ›Einen Scheiß muss ich. Das Manifest gegen das schlechte Gewissen‹.›Einen Scheiß muss ich‹ ist kein Plädoyer für wurstigen Egoismus, sondern ein irrwitziger Befreiungsschlag gegen Bevormundung, Leistungswahn und Gemüseterrorismus.


Meine Meinung: 


 Eine recht unterhaltsame und kurzweilige Lektüre, die viele Dinge mal von einer anderen Seite beleuchtet und vielen Lesern wahrscheinlich das schlechte Gewissen minimieren und aus der Seele sprechen wird. 
Vielleicht ist es sogar auch ein kleines Plädoyer für mehr Toleranz untereinander.

Ich konnte über manche Kapitel herzlich lachen und fühlte mich bestätigt, denn häufig hatte ich mich schon in Situation befunden, die genau diesen Satz in meinem Kopf ausgelöst haben. Leider wird man oft schief angesehen, wenn man (scheinbar) ein Gegenstromschwimmer ist. Man braucht viel Kraft, einiges an Mut und ein dickes Fell, wenn man diese "Sport- und Lebensart" einschlägt. Mir haben die vielen kleinen Seitenhiebe auf die "Norm", "Zwang" und den "Meanstream" gefallen. Die Argumente sind manchmal durchaus haarsträubend und recht schräg, aber auch unterhaltsam und kreativ. Man sollte sich gut amüsieren bei diesem Buch und wenn es geht vielleicht die ein oder andere Lässigkeit von Sean Brummel übernehmen. Selbstverständlich kein Muss.

Entspannt durch das Leben, weniger Muss, weniger Vorgaben von anderen, dafür mehr Bauchgefühl und Wohlgefühl. So manches lässt sich tatsächlich umsetzen. Ich habe es probiert (bei Sonne rausgehen, Sport treiben...einen Sch...muss ich). 
Wunderbar, darauf ein Brummelbier!

4 von 5 Sternen


 

Sonntag, 16. Juli 2017

Believe me

"Believe me" 
von 
Eddie Izzard







erschienen am 14.07.2017
  Ullstein extra Verlag
ISBN: 9783864930584
 
336 Seiten



Inhalt:

Mittwoch, 12. Juli 2017

Manchandel

"Machandel" 
von 
Regina Scheer





erschienen am 12.12.2016
Penguin Verlag
ISBN: 9783328100249 
480 Seiten



Inhalt:

Regina Scheer spannt in ihrem beeindruckenden Roman den Bogen von den 30er Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zum Fall der Mauer und in die Gegenwart. Sie erzählt von den Anfängen der DDR, als die von Faschismus und Stalinismus geschwächten linken Kräfte hier das bessere Deutschland schaffen wollten, von Erstarrung und Enttäuschung, von dem hoffnungsvollen Aufbruch Ende der 80er Jahre und von zerplatzten Lebensträumen.


Meine Meinung:

Was für ein großartiger Roman. Ich habe ihn gern gelesen. Ab und an musste ich ihn beiseite legen und darüber nachdenken. Die vielen verschiedenen Erzählperspektiven, die verschiedenen Zeiten und die verschiedenen Staatsformen machen dieses Buch interessant und bringen dem Leser die deutsche Geschichte so nah. Wer keine Lust auf Sachbücher hat, sollte dieses Buch lesen. 

Regina Scheer hat Figuren geschaffen, die beeindrucken, aufwühlen und aufregen. Man ist mittendrin und fühlt und denkt und erlebt mit. Vieles erkannte ich wieder, einiges war mir neu und manches konnte ich nicht so richtig nachvollziehen, weil ich es anders erlebt habe, aber genau das machte das Buch für mich spannend. 

Es gibt am Ende des Buches ein Personenregister. Dieses sollte man (aus meiner Sicht) vorab schon einmal lesen, dann kann man die Figuren besser auseinanderhalten. Die Sprünge sind etwas gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit gehören sie einfach zur Geschichte. 

Ein sehr gutes Buch, welches zum Nachdenken anregt und Geschichte greifbar macht. 

5 von 5 Sternen

Montag, 10. Juli 2017

Die Überfahrt

  "Die Überfahrt" 
von 
Mats Strandberg

 



erschienen am 24.05.2017 
FISCHER Tor Verlag
9783596295999 
512 Seiten

 

 Inhalt:

 Die Passagiere an Bord der schwedischen Ostsee-Fähre Baltic Charisma wollen vor allem eins: sich amüsieren, und zwar um jeden Preis. Ob sie mit der besten Freundin tanzen gehen oder Junggesellenabschiede feiern, ob sie nach der Liebe ihres Lebens suchen oder vor den Dämonen des Alltags fliehen – die Nacht ist lang, und der Alkohol fließt reichlich. Fast bleiben dabei die beiden dunklen Gestalten unbemerkt, die sich übers Autodeck an Bord schleichen: eine Mutter und ihr Kind. Mit ihnen betritt ein uraltes Grauen das riesige Schiff, und es wird zur tödlichen Falle. Die Angst geht um auf der Baltic Charisma.


Meine Meinung:

Nun ja, man sollte alles mal gelesen haben. Auch einen Horrorthriller, der eine unglaubwürdige Geschichte, wenig sympathische Charaktere und viel Blut und Gedärm im Angebot hat.

Ich konnte mich für dieses Buch nicht erwärmen, obwohl man sagen muss, dass der Schreibstil sehr gut war (dafür gibt es auch den Stern) und man zügig durch den Irrsinn lesen konnte. Der Rest, also die Geschichte, war nicht meins. Ich habe einige Bücher von Stephen King gelesen, aber dieses Buch mit Stephen King zu vergleichen, halte ich für gewagt. King hat sehr gute Spannung erzeugt und oft das Kopfkino des Lesers aktiviert und arbeiten lassen. Hier wird leider ziemlich platt und blutrünstig vorgegangen und einfach nur gemetzelt. Um Horror zu erzeugen, muss das Blut nicht in Strömen fließen und Vampire/Zombies helfen dieser Geschichte auch nicht auf den richtigen Horropfad. 

Ich hätte das Buch sicherlich abgebrochen, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre. So habe ich tapfer bis zum Schluss durchgehalten, aber belohnt wurde ich dafür nicht.

1 von 5 Sternen

Dienstag, 4. Juli 2017

Was man von hier aus sehen kann

"Was man von hier aus sehen kann" 
von 
Mariana Leky







erschein am 18.07.2017
DuMont Buchverlag  
9783832198398 
320 Seiten 


Inhalt:


 Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 

›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan.


Meine Meinung:


Gleich zuerst: 
Klare Leseempfehlung.


Ich kannte das Buch "Die Herrenausstatterin" von der Autorin und freute mich nun auf das neue Buch von ihr. Ein Dorf, dessen Bewohner kein Geheimnis für sich behalten können, einige abergläubische Damen und mittendrin ein Okapi. Die Erzählweise von Mariana Leky gefällt mir gut. Sie ist leicht und mit einer guten Portion Humor und Augenzwinkern.


Die Geschichte ist zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber es lohnt sich dieser leicht skurrilen Geschichte eine Chance zu geben, denn es gibt viele liebenswerte Charaktere, die man sonst verpassen würde, kennenzulernen. Es ist eine Liebesgeschichte, die jedoch nicht kitschig ist, sondern die Liebe taucht hier in verschiedenen Formen und Lebensstationen auf. Es gibt viele Hindernisse für die verschiedenen Lieben, die leider nicht alle überwunden werden können, jedoch findet die Liebe immer einen Weg, um wenigstens teilweise anzukommen und den anderen Menschen sich in irgendeiner Form zu zeigen. Das Leben, die Art es zu leben und auch der Tod spielen in diesem schmalen Buch eine große Rolle. Es gibt traurige und nachdenkliche Passagen, einige sehr lebensnahe Stellen und einen leichten Humor, der die Geschichte nicht schwermütig werden lässt. 

Ich habe dieses Buch gern gelesen und ich glaube es könnte ein Buch, welches man in einigen Jahren (denn es wird in meinem Bücherregal einen festen Platz bekommen) noch einmal in die Hand nehmen und darin lesen wird, sein.

5 von 5 Sternen