Donnerstag, 19. Oktober 2017

What if? Was wäre wenn?

"What if? Was wäre wenn?" 
von 
Randall Munroe





erschienen am 14.11.2016
Knaus Verlag
368 Seiten
erweiterte Fan-Edition


Inhalt:


Die verrücktesten Fragen wissenschaftlich beantwortet von Internetphänomen Randall Munroe, dem genialen Erfinder von xkcd.com. Munroes urkomische und originelle Antworten erklären alles: Von der Wahrscheinlichkeit, in der gesamten Weltbevölkerung seinen Seelenverwandten zu treffen, bis zur Anzahl an Menschen, die den täglichen Kalorienbedarf eines ausgewachsenen Tyrannosaurus decken würden.


Meine Meinung:

 Das erste, was ich beim Lesen des Buches dachte, war "...das ist ein Hoëcker-Buch". Wer stellt denn solche Fragen und wer ist der Mann, der diese Fragen auch noch beantworten kann? Ich war schon fasziniert von den Fragen. Wer kommt auf solche Ideen? Vielleicht beschäftige ich mich zu wenig mit den Naturwissenschaften, um auf diese Fragen kommen zu können. Zugegeben manche Fragen fand ich einfach nur abstrus (auch die folgende Antwort), aber andere waren wiederum recht interessant und verständlich. Die kleinen Comiczeichnungen haben das Geschriebene aufgelockert. Die schrägsten und vielleicht auch gefährlichsten Fragen wurden nur kommentiert (das war dann die Gehirnpause für den Leser).  

Wenn man sich dieses Buch zur Hand nimmt, muss man sich Zeit nehmen, denn Randall Munroe nimmt die Fragen ernst und beantwortet diese sehr detailliert und fachlich ausschweifend. Es ist kein Buch, welches man in einem Rutsch durchliest, aber es ist ein Buch, welches man immer wieder zur Hand nimmt und darin liest. Der Humor kommt bei den ganzen komplexen Antworten nicht zu kurz und so muss man zwischendurch immer wieder schmunzeln. Für ganz Eifrige sei gesagt, dass die Experimente nicht zum Nachmachen geeignet sind. 

Zum Schluss muss ich sagen, hat sich dieses Buch zum Familienbuch entwickelt, denn selbst die etwas lesefaulen Herren haben es zur Hand genommen und gelesen und sich gut dabei amüsiert.

5 von 5 Sternen

Montag, 16. Oktober 2017

Wintersterne

"Wintersterne" 
von 
Isabelle Broom




Inhalt:

Eine Reise ins magische, verschneite Prag: Für Megan, Hope und Sophie ist das die perfekte Gelegenheit, um vor ihren Problemen wegzulaufen. Sie lernen sich in einer Hotelbar kennen, und obwohl die drei Frauen völlig unterschiedlich sind, verstehen sie sich auf Anhieb. Gemeinschaftliche Streifzüge durch die winterlich verzauberte Stadt konfrontieren sie mit ihrer Vergangenheit und führen sie zu besonderen Begegnungen. Und vor allem zu sich selbst.


Meine Meinung:


Das Buch ist ein wunderbarer Reiseführer für Prag. Wer schon einmal dort war, wird vieles wiedererkennen und in Erinnerungen schwelgen können. Wer Prag noch nicht kennt, wird vielleicht nach dem Lesen des Buches Lust auf diese wunderschöne Stadt bekommen.
Die Autorin beschreibt in einem sehr gut zu lesenden Schreibstil und sehr detailliert die schönsten Sehenswürdigkeiten und bringt eine magische Stimmung über die Stadt.

Es gibt drei Lebens-Liebes-Geschichten (Megan, Hope und Sophie), die abwechselnd erzählt werden. Anfangs wirken alle recht heiter und locker, jedoch werdem sie mit jeder Seite etwas dunkler und ernster. Die Leichtigkeit geht schnell verloren und die ernsten Themen und die Widersprüche drängen nach vorn. Jeder, der drei Frauen, geht ganz unterschiedlich mit der Entwicklung um. Ich fand die Geschichten gut gemacht. Isabelle Broom zeigt, dass man in jedem Lebensabschnitt in Situationen kommt, die schmerzen und die man nicht verdrängen kann.

Mit Sophie und auch Hope sind ihr die Geschichten gut gelungen. Jedoch Megan hat mich einfach nur genervt. Sie will das Beste von allem, aber selber nicht zurückstecken oder etwas zurückgeben. Sie klammert sich an eine gescheiterte Beziehung, die ihr, für alles als Ausrede herhalten muss. Es war anstrengend immer die gleichen Diskussionen, Gedankengänge und Widersprüche zu lesen. 


Insgesamt ist es jedoch ein gutes Buch, das einlädt nach Prag zu reisen und vorallem die Vorweihnachtszeit in Prag zu genießen.





3 von 5 Sternen

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Couchsurfing in Russland

Couchsurfing in Russland 
von 
Stephan Orth





erschienen am 27.03.2017
  Der Hörverlag
ISBN: 9783844526264
7 Stunden 33 Minuten
Ungekürzte Lesung
Gelesen von Shenja Lacher



Inhalt:


Eine Reise in russische Wohnzimmer Das Dorf einer Weltuntergangssekte in Sibirien, eine Diamantenmine in Jakutien, eine Hippie-Villa auf der Krim: Es sind Orte wie diese, an denen Bestsellerautor Stephan Orth nach dem wahren Russland sucht, jenseits von Propaganda und Nachrichten. Auf seiner Reise von Couch zu Couch, von Gastgeber zu Gastgeber ergibt sich ein persönliches Bild dieses riesigen Landes, das derzeit ein zweifelhaftes Comeback auf der weltpolitischen Bühne feiert. Und gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst ist.



Meine Meinung: 

Wer einmal Russland bereisen will ohne das Haus verlassen zu müssen, sollte sich dieses Buch/Hörbuch zur Hand nehmen. 

Es ist kein Hörbuch für zwischendurch, denn Stephan Orth diskutiert sehr viel mit seinen Couchsurfing-Partnern über die Politik und Lebenssituation in der jeweiligen Ortschaft. Auch beschreibt er die Ortschaften, die politischen Situationen und geschichtlichen Verwicklungen sehr detailliert. Für mich war es manchmal anstrengend zu folgen, da ich mir unter der Couchsurfing-Geschichte etwas anderes vorgestellt hatte. Ich habe mehr witzige und skurrile Geschichten erwartet, aber es ging doch sehr in die politische Richtung. 

Es war (keine Frage) interessant und man kann auch seinen Horizont erweitern, jedoch denke ich, wäre es (für mich) besser gewesen, das Buch zu lesen. Im Buch werden noch extra Hinweise gegeben und zudem sind noch Reisebilder hinzugefügt, die das Ganze auflockern. Bei einem Hörbuch fehlen diese "Zwischenpausen" ein wenig, so dass es phasenweise dann doch zäh wurde. 
 
Auf dem Hörbuchcover sind ebenfalls ein paar wenige Bilder und die Route (was hilfreich war) abgedruckt, aber leider erfährt man nicht welches Bild zu welcher Station gehört, was ich wiederum schade fand.

Ich glaube, dass nächste Couchsurfing-Buch werde ich mir in geschriebener Form vornehmen.

3 von 5 Sternen

Freitag, 6. Oktober 2017

Das Liebesleben der Suppenschildkröte

"Das Liebesleben der Suppenschildkröte" 
von 
Theresia Graw







 320 Seiten
  Blanvalet Verlag
erschienen am 17.02.2014
ISBN 9783442382019


Inhalt:


Single-Frau Anfang 40 mit zwei kleinen Kindern sucht Mann – zieht man damit seinen Traumprinzen an Land? Eher nicht. Zu dem Schluss kommt zumindest Sophie, nachdem der jüngste potenzielle Liebhaber vor ihrem Nachwuchs Reißaus genommen hat. Als die Münchner Lokalreporterin bei einem Auffahrunfall den schicken Anwalt Roland kennenlernt, verschweigt sie die lieben Kleinen daher kurzerhand – ganz à la Suppenschildkröte, die ihre Brut allein am Strand zurücklässt. Sobald Roland sich in sie verliebt hat, wird Sophie ihm reinen Wein einschenken. Eine winzige Schwindelei, die spektakulär nach hinten losgeht. 


Meine Meinung:


Sophie unterschätzt sich und ihre beruflichen Fähigkeiten gewaltig und muss daher immer wieder die Aschenputtelarbeiten erledigen. Doch dann ergibt sich die eine große Chance und genau jetzt hat sie viel um die Ohren. Ihre Kinder fordern ihre Aufmerksamkeit, der Kindergarten will einen Kuchen und Anwesenheit und dann sind da noch die Männer. Erst Roland und seine Vorstellung von "seiner" Sophie, ihr Bruder und der Kumpel Björn (der Waldschrat), die ganz plötzlich bei ihr auftauchen. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf, die Verwirrungen, das Chaos und das schlechte Gewissen sind vorprogrammiert und auch das ein oder andere Fettnäpfchen nimmt die Protagonistin mit. 

Es ist ein stetiges Auf und Ab. Man mochte Sophie für ihre liebevolle Art gegenüber ihren Kindern und ihrer inneren Zerrissenheit. Weniger Verständnis hatte ich, dass Sophie ihre Kinder verschwieg und verleugnete, um einen Mann zu bekommen. Anfangs konnte ich es noch nachvollziehen, dass sie nicht mit der Tür ins Haus fallen wollte, aber je länger die Geschichte lief, desto weniger konnte ich es verstehen. Auch die schnelle Wendung in Sachen Liebe war eher irritierend. Leider wurde die Geschichte zum Ende hin immer unrealistischer und kitschiger. Der Humor ging verloren und so war es am Ende doch leider wieder nur eine klischeehafte Beziehungsgeschichte. Schade.

Es ist eine schnell zu lesende, leichte Geschichte, die gut startet, aber leider vorhersehbar endet.

3 von 5 Sternen



Dienstag, 3. Oktober 2017

Sauna mit Nachbar

 "Sauna mit Nachbar" 
von 
Roope Lipasti






erschienen am 10.07.2017
  Heyne Verlag
ISBN: 9783453421752
  240 Seiten


lnhalt:

Er lebt auf einem alten Bauernhof im ländlichen Finnland und hat nichts zu tun – für einen alleinstehenden Geschichtslehrer um die fünfzig können die Sommerferien sehr lang sein. Da bietet der chaotische Nachbar ein dankbares Forschungsobjekt. Er ist begeisterter Heimwerker, bringt jedoch keines seiner ambitionierten Projekte zu Ende. Gerade hat er ein neues angefangen, eine Sauna. Der Geschichtslehrer bemerkt, dass seine schöne Nachbarin das Projekt ihres Mannes nicht unterstützt, und beginnt, es ebenfalls zu sabotieren. Als sich der Nachbar versehentlich mit einer Nagelpistole in den Bauch schießt und ins Krankenhaus muss, sieht der Geschichtslehrer seine Chance gekommen, das Herz der Nachbarin zu erobern.


Meine Meinung:


 Man reist in eine ländliche Gegend von Finnland, wo sonst nicht sehr viel passiert und man die Ruhe genießen kann. Jedoch nur dann, wenn man keinen Nachbarn hat, der stets neue Bauprojekte plant und in Angriff nimmt. Diese werden mit viel Enthusiasmus gestartet und enden in der Regel nie oder unvollendet.

Der eine Nachbar ein Hobbyhandwerker, ein Chaot und Vater von sechs Kindern, der dem Leben zugetan ist und viel ausprobiert, er lässt vieles wieder liegen, schafft Platz für neue Ideen und sorgt dabei für Chaos und (teilweise) für Unzufriedenheit bei den Mitmenschen. Der andere ist ein Pendant, sauber, ordentlich und manchmal missgünstig. Er ist gefangen in seinen eigenen Strukturen, der Routine und seiner kleinen Welt.  

Beide sind nun durch das Saunaprojekt miteinader verbunden. Der eine werkelt, schraubt und schleppt, der andere schaut zu, kommentiert und entwickelt erotische Träume mit der Nachbarsfrau. Zudem manipuliert und sabotiert er die Arbeit, er schafft Ärger und versucht das Projekt zu untergraben und scheitert doch an der Lebenslust des Anderen. So manches Mal möchte man den Hobbyhandwerker bei der Hand nehmen und helfen und den Lehrer einen kleinen Schubs ins laute, bunte Leben geben, aber sie schaffen es auch so. 

Alles wird ganz unaufgeregt beschrieben (wenn auch manchmal etwas holprig). Der schwarze und skurrile Humor lässt den Leser immer wieder schmunzeln. Die Charaktere sind wie Feuer und Wasser bzw. ist für den einen das Glas halb voll, so ist es für den anderen schon halb leer. Der Autor beschreibt die Charaktere so detailliert und mit Herzblut, dass man sie genau vor dem Auge hat. 
So manche Szene, manche Aussage regt zum Nachdenken und Hinterfragen von eigenen Erfahrungen und Situationen an.

Das Buch hat einen leisen skurrilen Humor, eine Geschichte, die recht überschaubar und doch interessant ist und Charaktere, die zwei Seiten der Gesellschaft widerspiegeln.

4 von 5 Sterne


 

Dienstag, 26. September 2017

Literatur zum Mitnehmen

"Literatur zum Mitnehmen" 
von 
J. Poskanzer, N. Katz, W. Josephson

 



erschienen am 17.07.2017
  Goldmann Verlag
ISBN: 9783442159307
 250 Seiten 



 Inhalt:

Was wäre, wenn ...? Welches aufwändige, kunstvoll benannte Getränk würde ihr Lieblingsautor bei Starbucks am Tresen bestellen? Wie viele Caramel Macchiato würde J.K. Rowling wohl vertragen? Und würde Agatha Christie lautstark auf entkoffeiniert bestehen? Wäre ein schlichter Milchkaffee ausreichend satirisch-fantastisch für einen Terry Pratchett? Und was passiert, wenn Anna Karenina neben James Bond an der Bar wartet, gerade als Hemingway sich von hinten vordrängelt, um einen Espresso mit Schuss zu ordern? In fabelhaften kleinen Episoden gibt »Literatur zum Mitnehmen!« Antworten auf diese und andere Fragen. Der schönste Pausenfüller für alle Bücherwürmer mit Spaß an aufgeschäumtem Humor. Garniert mit Zeichnungen des bekannten New Yorker-Cartoonisten Harry Bliss.


Meine Meinung:

Literatur zum Mitnehmen klang für mich interessant und ich erwartete viele schöne Einblicke in die Werke von bekannten und unbekannten Autoren und dazu vielleicht noch eine kleine Anekdote über den Kaffeekonsum der Autoren. 

Leider konnte ich hier eher die Karte der Starbuckskette kennenlernen als neue Literatureindrücke. Ich bin enttäuscht von diesem Buch und kann leider die vielen guten und sehr guten Bewertungen nicht so ganz nachvollziehen. Ich war schon nach ein paar Bestellungen der verschiedensten Kaffeesorten genervt. Die Bücher der Autoren musste man zwischen den Zeilen entdecken, wer sie nicht kennt, wird es schwer haben, die kleinen Geschichten zu verstehen. Natürlich kann man in dem Anhang jeden erwähnten Autor und sein Buch noch einmal nachlesen, aber das kann ich auch in einem Literaturlexikon.

Die Idee, die Bücher in Geschichten zu verpacken, ist an sich nicht schlecht, nur sollte man dabei vielleicht auf die Werbung für Starbucks verzichten und das Augenmerk mehr auf die Werke richten.

2 von 5 Sternen

Donnerstag, 21. September 2017

Der Sandmaler

"Der Sandmaler" 
von 
Henning Mankell





erschienen am 21.08.2017
Der Hörverlag
ISBN: 9783844527001
4 CD = 3 Stunden 58 Minuten
gelesen von Axel Milberg




Inhalt:

Durch Zufall begegnen sich Stefan und Elisabeth, die zusammen zur Schule gingen, am Flughafen wieder. Es stellt sich heraus, dass beide aus demselben Grund dort sind: um nach Afrika zu fliegen. Doch unterschiedlicher könnten ihre Pläne kaum sein. Stefan, aus einer wohlhabenden Familie, möchte in Afrika feiern und Sex haben. Elisabeth hingegen, die es in ihrem Elternhaus schwer hat, sieht die Reise als Chance auf einen Neuanfang und als Suche nach sich selbst. Ihre gemeinsame Tour konfrontiert die beiden jungen Menschen nicht nur mit der harten Realität des Entwicklungslandes, sondern auch mit sich selbst.


Meine Meinung:

Neben Wallander lag Henning Mankell Afrika am Herzen. Bereits in seinem Erstlingswerk hat er sich mit dem Land und dessen Menschen beschäftigt. Stefan und Elisabeth, zwei junge Erwachsene, reisen aus verschiedenen Gründen nach Afrika. Während Stefan seinen Spaß und Sex sucht, versucht Elisabeth zu sich zu finden, das Land und die Menschen kennenzulernen. Beide ahnen nicht, was sie erwarten wird. 

Man hat das Gefühl, dass Henning Mankell in der Figur von Elisabeth mitreist. Er wirbt für mehr Achtung und Respekt vor fremden Kulturen. Zudem kommt recht eindeutig heraus, dass er versucht Vorurteile abzubauen und so lässt er auch Elisabeth immer wieder nachdenken und respektvoll gegenüber den (ihr unbekannten) Menschen auftreten. Sie versucht die Handlungen von Ndou und Yene zu verstehen und ihnen ohne Vorurteile entgegenzutreten. 

Axel Milberg hat das Buch sehr gut vorgelesen, so dass viele Bilder im Kopf entstehen konnten und dadurch die Geschichte eindringlicher wurde. Es war jedoch (aus meiner Sicht) trotzdem nicht so stark und beeindruckend wie die anderen Afrikabücher von Henning Mankell. Trotzdem lohnt es sich, denn es regt zum Nachdenken und in sich kehren an. 

4 von 5 Sternen