Sonntag, 17. September 2017

Eine von uns

"Eine von uns" 
von 
Harriet Cummings




erschienen am 24.07.2017
Paul Zsolnay Verlag
ISBN: 9783552063358 
365 Seiten


Inhalt:

Sommer 1984, ein Dorf in der Provinz in England. Alles beginnt ganz harmlos: mit dem Gefühl der Dorfbewohner, dass jemand in ihrem Haus war, mit Spuren von schmutzigen Schuhen auf der Treppe, fettigen Fingerabdrücken auf dem Badezimmerspiegel. Dann verschwinden Dinge, oder, noch rätselhafter, es tauchen andere auf. Bis schließlich eine von ihnen weg ist: Anna, die harmloseste, unscheinbarste von allen. Die Dorfbewohner beginnen sich zu bewaffnen, sie haben Angst vor dem Einbrecher, Angst um Anna und immer mehr auch voreinander. Kann einer von ihnen der geheimnisvolle Fox sein? 

Harriet Cummings’ Debüt ist spannend, stilsicher und raffiniert – den Abgründen dieser Dorfidylle entkommt man nicht!


Meine Meinung:

Wenn man den Covertext liest und sich dazu das Cover anschaut, dann freut man sich auf die Lektüre. Doch bereits nach wenigen Seiten merkte ich, dass es nicht leicht sein wird, dieses Buch bis zum Ende zu lesen. 

Und so war es dann leider auch. Ich quälte mich durch die Seiten, um endlich ans Ziel, das Buchende zu kommen. Die Geschichte war recht fad, es passierte nicht viel und manchmal drehte man sich mit den Figuren im Kreis. Ich konnte zu keiner der Figuren ein Verbindung aufbauen. Sie wirkten blaß und einfältig, sie waren schlichtweg uninteressant. Die Suche nach dem Fox hätte wesentlich spannender gestaltet werden können, aber leider war auch diese einfach nur zäh.

Was mir gut gefallen hat, war der kritische Blick auf die Dorfgemeinschaft. Auf die festgefahrenen Strukturen, die schnellen Verurteilungen und die vielen Vorurteile, das Abschotten und das Misstrauen gegenüber Fremden konnte man in dieser Geschichte förmlich fühlen. Es verschaffte mir ein Unbehagen und auch einen leichten Widerwillen der Dorfgemeinschaft zu folgen. 

Ich konnte mich leider nicht so sehr für dieses Buch begeistern. Es war mir zu zäh und die guten Passagen zu wenig. 




2 von 5 Sternen



Donnerstag, 14. September 2017

Todesreigen


 "Todesreigen" 
von 
Andreas Gruber

 




erschienen am 21.08.2017
  Der Hörverlag
ISBN: 9783844527728 
1 mp3-CD = 10 Stunden 58 Minuten



Inhalt:

Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen hat, wird Sabine Nemez – Kommissarin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen.


Meine Meinung:

 Mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez fahre ich am liebsten lange Strecken. Beide sind mir mittlerweile so vertraut, als wären sie alte Freunde. Maarten S. Sneijder würde das jetzt anders sehen, aber ich höre gern die Krimis von Andreas Gruber. 

Man sollte die vorherigen Fälle gehört haben, um die Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren zu kennen, denn diesmal wird es eng für die (Ex-) Kollegen. Besonders die alten Freunde und Feinde spielen wieder Katz und Maus und am Ende werden einige das Spiel nicht überleben. Sabine Nemez gerät durch ihren Aufklärungswillen zwischen die Räder und muss nun um ihr eigenes Leben fürchten. Einzig Maarten S. Sneijder hat wieder den richtigen Instinkt.

Achim Buch liest auch diesmal die Geschichte so gut, dass alle vertrauten Personen direkt wieder präsent sind. Die Dialekte sind gut getroffen und die Spannung hält sich auch bis zum Schluss. Die vielen kleinen Geheimnisse der einzelnen Personen, die Absprachen, das Vertuschen von brisanten Sachen sorgen dafür, dass es nie langweilig wird. Fast schon wünscht man sich noch ein paar Kilometer mehr, damit man den Abschnitt noch zu Ende hören kann.

Ich hoffe, dass Nemez und Sneijder bald wieder ermitteln müssen.

5 von 5 Sternen


Samstag, 9. September 2017

Der Rosie-Effekt

"Der Rosie-Effekt"
 von 
Graeme Simsion



erschienen am 30.10.2014
Argon Verlag
ISBN 9783839813669 
6 CD = 7 Stunden 9 Minuten
Sprecher: Oliver Kube
 
 
Inhalt:
 
 
 O Baby! Nach dem Happy-End geht’s erst richtig los: Don Tillman, der unwahrscheinlichste romantische Held, den es je gab, entdeckt die Liebe in der Ehe.Don Tillmans »Projekt Ehefrau« wurde erfolgreich abgeschlossen. Er lebt mit Rosie in New York. Und Rosie ist schwanger. Don will natürlich der brillanteste werdende Vater aller Zeiten sein, stürzt sich in die Forschung und entwickelt einen wissenschaftlich exakten Ernährungs-Zeitplan für Rosie. Doch seine ungewöhnlichen Recherchemethoden führen erstmal dazu, dass er verhaftet wird. Was Rosie auf keinen Fall erfahren darf. Also muss Don improvisieren, seinen Freund Gene einspannen und Lydia, die Sozialarbeiterin, davon überzeugen, dass er ein Superdad sein wird. Bei alledem übersieht er fast das Wichtigste: seine Liebe zu Rosie und die Gefahr, sie genau dann zu verlieren, wenn sie ihn am meisten braucht. Don Tillman trifft auf die emotionsgeladene Welt der Schwangeren.
 
 
Meine Meinung:
 
Nicht selten werden die Fortsetzungen einer tollen Geschichte nicht so gut wie der erste Teil. Leider ist dies auch bei Rosie der Fall. Bei Don und Rosie hat man die Bemühungen, um eine gelungene Fortsetzung stark wahrgenommen. Der Charme der ersten Geschichte fehlte etwas. Vieles wirkte konstruiert und wenig realistisch. Es fehlten die witzigen Situationen und Dialoge, die Wirrungen und Missverständnisse zwischen den beiden Hauptcharakteren. 
 
Jetzt leben sie zusammen und erwarten ein Baby. Don verfällt in seine Statistikmanie und liest alles, was er finden kann, um wenigstens theoretisch ein guter Vater bzw. Partner zu sein. Dabei vergisst er das hier und jetzt und verliert immer mehr den Bezug zu Rosie. Aber auch Rosie hat (aus meiner Sicht) in einigen Situationen überreagiert und sollte Don nun  eigentlich besser kennen und einschätzen können.
 
Es gabe einige Szenen über die man gut lachen und den Kopf schütteln konnte, aber leider wirkte vieles sehr bemüht. Das Ende war recht zäh und unrealistisch. Schade, dass nicht mehr aus der Geschichte herausgeholt wurde.

Manchmal ist eben eine Geschichte schon nach dem ersten Buch vollständig erzählt. 
 
 
 
 
 
3 von 5 Sternen.

Sonntag, 3. September 2017

Ein Gentleman in Moskau

"Ein Gentleman in Moskau" 
von 
Amor Towles

 


erscheint am 08.09.2017
List Verlag
ISBN: 9783471351468
  560 Seiten 
auch als eBook


Inhalt:

Moskau, 1922. 
Der genussfreudige Lebemann Graf Rostov wird verhaftet und zu lebenslangem Hausarrest verurteilt, ausgerechnet im Hotel Metropol, dem ersten Haus am Platz. Er muss alle bisher genossenen Privilegien aufgeben und eine Arbeit als Hilfskellner annehmen. Rostov mit seinen 30 Jahren ist ein äußerst liebenswürdiger, immer optimistischer Gentleman. Trotz seiner eingeschränkten Umstände lebt er ganz seine Überzeugung, dass selbst kleine gute Taten einer chaotischen Welt Sinn verleihen. Aber ihm bleibt nur der Blick aus dem Fenster, während draußen Russland stürmische Dekaden durchlebt. Seine Stunde kommt, als eine alte Freundin ihm ihre kleine Tochter anvertraut. Das Kind ändert Rostovs Leben von Grund auf. Für das Mädchen und sein Leben wächst der Graf über sich hinaus.


Meine Meinung:

Amor Towles weiß den Leser an seine Geschichte zu binden und ihn in die Vergangenheit zu führen. Bereits mit "Eine Frage der Höflichkeit" hatte er mich beeindruckt und auch diesmal hat er ein wunderbares Buch geschrieben, welches den Leser in das alte Russland führt.

Graf Rostov schließt man sehr schnell in sein Leserherz, da er einfach ein Mann der alten Schule ist. Manieren und Etikette sind sehr wichtig und diese müssen eingehalten werden, egal in welcher Lage man sich gerade befindet. Graf Rostov weiß sich auf die Widrigkeiten, die auf ihn warten, einzustellen und er macht das Beste daraus. Er ist witzig, klug und diplomatisch und loyal. 

Amor Towles beschreibt das sehr eingeschränkte Leben von Graf Rostov in diesem Hotel. Er geht dabei manchmal zu sehr ins Detail und hat (aus meiner Sicht) diesmal zu viele Figuren geschaffen. Dazu kommt eine große Portion russische Geschichte, die interessant ist, aber dadurch wird die Geschichte auch sehr umfangreich. Ich hatte manchmal zu tun, die Figuren richtig einzuordnen und mir auch zu merken in welchem Verhältnis sie zu Graf Rostov stehen. Für mich hätten es gern ein paar Details und Figuren weniger sein dürfen. 

Ich fand sein Buch "Eine Frage der Höflichkeit" besser, aber trotzdem sollte man Graf Rostov lesen, da es Spaß macht, das Hotelleben, die Eigenheiten der Gäste, die ganze politische Geschichte und vorallem die Beziehung zu dem Kind mitzuerleben. 

4 von 5 Sternen



Dienstag, 29. August 2017

Tod im Schärengarten

"Tod im Schärengarten"
 von 
Viveca Sten






erschienen am 12.03.2012
  Kiepenheuer & Witsch Verlag
ISBN: 9783462043969 
 368 Seiten


Inhalt:

Der 2.Fall für den attraktiven Kommissar Thomas Andreasson Konzentrierte Spannung vor dem Start zur berühmten Segelregatta vor den schwedischen Schäreninseln. Alle erwarten, dass das neue Boot von Oscar Juliander vorne liegen wird - doch Juliander wird erschossen, zeitgleich mit dem Startschuss und vor den Augen des Regattapublikums.Kommissar Thomas Andreasson, der sich gefreut hatte, bei der bekannten Segelregatta hautnah dabei zu sein, ist nun Zeuge eines Mordes. Die Ermittlungen führen ihn ins Milieu der Vornehmen und Reichen, der Yachtbesitzer und Adeligen. Während sich Thomas an der vornehmen Gesellschaft die Zähne ausbeißt, hat Nora, seine Freundin aus Kindertagen, andere Probleme: Ihr Mann will das gerade geerbte Haus auf Sandhamn verkaufen. Während ihre Ehe zu zerbrechen droht, geschieht ein neuer Mord.



Meine Meinung:


 Ich habe den ersten Fall vor fünf Jahren gelesen und trotzdem konnte ich mich noch an die Charaktere aus diesem Fall erinnern. Der zweite Fall greift einige Punkte aus dem ersten Fall auf, jedoch immer wieder mit kleinen Rückblenden, die noch einmal gut die Details in Erinnerung rufen. Viveca Sten schreibt keine blutrünstigen Krimis, sondern eher die ruhigen und persönlichen Krimis. Sie verpackt die Morde mit der Familiengeschichte von Nora und dem Privatleben von Thomas. Beide sind Freunde aus Kindertagen und unterstützen sich nicht nur privat, sondern auch gelegentlich beruflich - auch in diesem Fall.

Dem ersten Mord folgt relativ schnell ein weiterer Mord mit immer mehr Fragezeichen und Verwicklungen. Die Fassaden bröckeln nur langsam, aber was sie freilegen, ist nicht immer schön und zeigt das wahre Gesicht dieser feinen Gesellschaft. Viveca Sten versucht die Spuren etwas zu verschleiern, jedoch ahnt man schon relativ schnell, wer die Morde begangen haben könnte. Die Aufklärung zum Schluss ist trotzdem interessant.

Der Schreibstil von Viveca Sten ist einfach nur gut. Man liest sich sehr schnell durch diesen Krimi und man findet zügig einen Zugang zu den Charakteren. Aus meiner Sicht sollte sie jedoch nicht noch mehr Privatleben einbauen, sondern den Fokus weiter auf die Fälle richten. Auch sollte Thomas etwas mehr Ecken und Kanten entwickeln, was hoffentlich noch kommt. Viveca Sten hat auf jeden Fall bei der Entwicklung der Nora-Geschichte eine neue Tür geöffnet, die einiges verändern könnte.

Ich bin gespannt, wie es weitergehen wird, deshalb lese ich auch gerade den dritten Fall.

 

 5 von 5 Sternen

Mittwoch, 23. August 2017

Bonjour tristesse

"Bonjour tristesse" 
von 
Françoise Sagan

 

 
Erstausgabe am 01.01.1957
eBook vom 11.08.2017
  Ullstein Buchverlage
176 Seiten
 eBook


Inhalt:
 
Françoise Sagan war erst 19, als sie mit „Bonjour tristesse“ die Welt eroberte. Ihr Roman wurde in dutzende Sprachen übersetzt, millionenfach verkauft und verfilmt. Mit großer Treffsicherheit beschreibt sie darin die Befindlichkeiten ihrer jugendlichen Hauptfigur: Cécile ist ein launischer Teenager, scharfsinnig, egoistisch, manipulativ – und dazu verdammt, den Sommer mit ihrem eitlen Vater und seiner jungen, etwas einfältigen Geliebten Elsa in einem Haus an der Côte d’Azur zu verbringen. Zunächst jedoch gelingt es Cécile, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen und den Aufenthalt nach ihrem Geschmack zu gestalten: in herrlicher Leichtigkeit und Freizügigkeit. Bis plötzlich die kluge Anne auftaucht, eine Freundin ihrer verstorbenen Mutter, und die sommerliche Idylle mit erzieherischer Strenge zu zerstören droht. Als der Vater Elsa verlässt und Anne heiraten will, schmiedet Cécile einen Plan – mit tragischen Konsequenzen.


Meine Meinung:


Ich kannte weder die Autorin noch die Geschichte und war gespannt wie das dünne Büchlein sein wird, da es sehr viele positive Bewertungen und begeisterte Meinungen darüber gab. 

Nachdem ich es gelesen habe, muss ich zugeben, dass ich mich nicht so ganz dem Jubel anschließen kann. Mich hat die Geschichte leider nicht so berührt und eingefangen. Cécile fand ich leider wenig symphatisch. Dafür fand ich Anne interessant, wenn auch unnahbar und gelegentlich herrisch. Genau das Gegenteil von Cécile und ihrem Vater, die so gern einfach in den Tag lebten und ihre exzentrische Ader ausleben wollten. Die wechselhafte Beziehung zwischen Anne und Cècile waren für mich das Interessanteste an dieser Geschichte. Beide Personen konnte man irgendwie nicht greifen und einordnen, beide hatten ihre hellen und dunklen Seiten, die einmal den Leser abstießen oder anzogen.
Grundsätzlich hat bei mir Céciles Art, wie sie mit ihren Mitmenschen spielte, sie manipulierte und für ihre Zwecke einsetzte, eher für Ablehnung als für Begeisterung gesorgt.  

Nach dem Lesen war tatsächlich eine gewisse tristesse (Traurigkeit) vorhanden, die bei mir durch die letzten Seiten hervorgerufen worden, aber die große Begeisterung für dieses Buch blieb bei mir leider aus.

3 von 5 Sternen

Sonntag, 20. August 2017

Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber

"Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" 
von 
Michaela Karl




erschienen am 01.03.2011
btb Verlag
ISBN 9783442748723
465 Seiten


Inhalt:

I love a Martini – but two at the most. Three, I’m under the table; Four, I’m under the host. (Dorothy Parker) In den Roaring Twenties war sie die Königin von New York. Ihre scharfe Zunge und ihr beißender Witz wurden Legende. Sie stritt mit Ernest Hemingway, schlief mit F. Scott Fitzgerald und soff mit Truman Capote. Dorothy Parker schrieb für "Vogue“, „Vanity Fair“ und den „New Yorker“ und gehörte zur legendären Tafelrunde des Hotels Algonquin, wo sich die kulturelle Szene der Stadt traf. Ihre sarkastischen Verse und pointierten Kurzgeschichten erzählen von zerplatzten Träumen und dem Warten auf das Klingeln des Telefons. Sie machte als Drehbuchautorin in Hollywood Karriere und landete wegen ihres Engagements gegen Rassismus und Faschismus auf der Schwarzen Liste von Senator McCarthy. Michaela Karl legt nun die erste deutschsprachige Biografie vor. Sie porträtiert das unkonventionelle Leben der Dorothy Parker, und entdeckt hinter der zynischen Fassade eine sensible Frau auf der Suche nach dem großen Glück.  


Meine Meinung:

 Was soll ich sagen? Selten bin ich einer mir so unsymphatischen Frau so lange gefolgt. Aber daran ist eindeutig die Autorin Michaela Karl Schuld. Sie hat eine sehr gut zu lesende Biografie geschrieben, die man einfach nur sehr schwer aus der Hand legen konnte. Na gut, das Leben und Schaffen, dieser bissige und teilweise zynische Humor von Dorothy Parker haben auch einen großen Anteil am Leseerfolg. Ich kannte Dorothy Parker nur aus einem Zeitungsartikel und bin daraufhin auf dieses Buch gestoßen. Ich war überrascht, welchen Bekanntheitsgrad sie hatte und welchen Einfluss auf die großen Schriftsteller sie besaß. Ihr Leben ist so vielseitig und bunt, so spektakulär und laut, so traurig und einsam und so versoffen, dass man kaum glauben kann, dass dies alles ein Körper und eine Seele aushalten kann. Aber Dorothy Parker nimmt es mit viel Alkohol und Zynismus und jeder Menge Dreistigkeit oder vielleicht ist es auch Größenwahn. Ich war immer wieder erstaunt, wie sie Gönner gefunden hat, die ihr Leben finanzieren, obwohl sie ihren Teil der Abmachung kaum einhielt und es auch nicht für nötig hielt, Schulden zurückzuzahlen. Sie war bekannt dafür, dass man mehr geben musste als man zurückbekommt und doch reichten die Geschichten und Drehbücher aus, damit sie ihre Stellung halten konnte.

Es ist eine faszinierende und sehr bissige Geschichte, die dem Leser die Tür zur Hollywoodwelt ein wenig öffnet. Das Beste bleibt jedoch der Humor.



4 von 5 Sternen